Kirchenchor Altmannstein
Soli Deo Gloria

Pressespiegel

 

Himmlische Klänge DK v. 24.7.2018

 

Die Zuhörer sind begeistert vom Benefizkonzert in der Beilngrieser Stadtpfarrkirche

 

Himmlische Klänge

Beilngries

Mehr Superlative gehen kaum: Als "grandios" und "einzigartig", als "unglaublich beeindruckend mit diesen Stimmgewalten" und mit "beachtlicher Klangfülle und Klangvielfalt" wurde das Konzert am Sonntagabend in der Pfarrkirche St. Walburga von den weit über 300 Besuchern mit Lob überschüttet. Es trat der Altmannsteiner Kirchenchor mit verschiedenen Solisten gemeinsam mit der Orchestergemeinschaft Nürnberg auf. Zu hören waren "Stabat Mater" von Johann Simon Mayr sowie die "Cäcilienmesse" von Charles Gounod.

Wahrlich ergreifend war das Kirchenkonzert am Sonntagabend.

 

"Wer heute nicht hier ist, der hat etwas Wichtiges versäumt. Nicht nur für diesen Abend, sondern für sein ganzes Leben." Jürgen Krummel aus Beilngries ist einer der Konzertbesucher und zeigt sich bereits in der Pause tief beeindruckt und berührt. Gerade sind die letzten Klänge von "Stabat Mater" verklungen, komponiert von Johann Simon Mayr, der 1763 in Mendorf bei Altmannstein geboren wurde, dann im italienischen Bergamo bis zu seinem Tod lebte und tätig war. Stabat Mater - nach dem Gedichtanfang Stabat mater dolorosa: "Es stand die Mutter schmerzerfüllt" - erzählt von dem Schmerz Marias um ihren gekreuzigten Sohn Jesus. "Der Dramatik dieses Karfreitagsgeschehens geschuldet bitte ich Sie, am Ende auf Applaus zu verzichten und stattdessen den Kirchenglocken zu lauschen, die erklingen werden", hat Dirigent Rainer Grasser gebeten.
Bestnoten verdienten sich alle Musiker und Sänger.


Zu diesem Zeitpunkt sitzen die Besucher noch entspannt in den Reihen, warten auf den Beginn des Benefizkonzertes, zu dem der Lionsclub Beilngries mit seiner Präsidentin Sabine Scharnagl - selbst Sängerin im Chor - in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis St. Walburga zugunsten der Glocken der Kirche St. Walburga eingeladen hat. Die Sängerinnen und Sänger des Altmannsteiner Kirchenchors stehen im Altarraum, davor sitzen die Musiker der Orchestergemeinschaft Nürnberg mit ihren Instrumenten. Stadtpfarrer und Domkapitular Josef Funk hat die Gäste als Hausherr begrüßt. Mehrere Lionsfreunde und auch Bürgermeister Alexander Anetsberger sind gekommen, den Schirmherren der Veranstaltung, Innenminister Horst Seehofer (CSU) und auch Bischof Gregor Maria Hanke, musste Funk bedauernd entschuldigen.
Mit ihrer glockenhellen Stimme fesselte Karin Banzer die Zuhörer.

Und dann erklingen die ersten Töne. Es beginnt das, was Jürgen Krummel und viele andere Besucher mit"einmalig schön" beschreiben. Rainer Grasser erhebt den Dirigentenstab und die Kirche St. Walburga beginnt zu klingen, die Töne tragen über das Kirchenschiff bis hoch hinauf zur Empore, Violinen und Cello füllen den Raum. Zu Johann Simon Mayrs Zeiten wurde der Karfreitag stets mit großer Feierlichkeit in der Basilika begangen. Dass Mayr beim Komponieren dieses Bild vor Augen hatte, drängt sich spätestens dann auf, als Karin Banzer ihren ersten Einsatz hat. Mit glockenheller Stimme fesselt die Sopranistin mit "O quam tristis" das Publikum, das nicht mehr entspannt in den Reihen sitzt, sondern mitfühlt, mitleidet, jede Nuance der Stimmen - und Musik - fast den Atem anhaltend verfolgt. Auch die weiteren Solisten, Franziska Schenk (Sopran), Lena Bogner (Alt), Petra Körndl (Sopran), Wolfgang Schlagbauer (Tenor) und Karl Mayerhöfer (Bass) sorgen gemeinsam mit dem Orchester, Johannes Kammerl (Orgel) und Jennifer Schröder-Johnson (Solovioline) dafür, dass alle wie verzaubert sind von dem ungewöhnlichen Konzert. "Es sind Klänge für die Seele", schwärmt eine Besucherin und ganz am Ende des Stücks, als alle tatsächlich ohne Applaus ergriffen den Beilngrieser Kirchenglocken lauschen, ist der Moment, von dem Jürgen Krummel sagt: "Da hat man doch fast Tränen in den Augen, so schön ist es."

Nach der Pause geht es weiter mit der Cäcilienmesse und auch hier verstehen es die Musiker, ihr Publikum wieder ab der ersten Minute zu fesseln. Dass alle Chormitglieder und Musiker ausnahmslos keine Berufsmusiker sind, scheint angesichts der hochklassigen Leistungen kaum vorstellbar. Gemeinsam geprobt wurde für die Aufführung nur dreimal. "Einmal in Nürnberg, einmal vor dem Konzert in Altmannstein und einmal heute", verrät eine Chorsängerin. Die Altmannsteiner Sänger und Sängerinnen treffen sich allerdings wöchentlich mit ihrem engagierten Chorleiter Wolfgang Schlagbauer, der an diesem Abend nicht den Taktstock in der Hand hält, sondern als Solist agiert. Von vielen Kontrasten ist die Cäcilienmesse gekennzeichnet: Kraftvolle Passagen wechseln harmonisch zu leisen Bildern, untermalt mit fast engelsgleichen Sopransoli, Tenor- und Bassgesängen. Zum Schluss erklingen die "Domine salvam", die Fürbitten. Der Text wird dreimal gesungen. Es ist gerade ein Satz verklungen, als Dirigent Rainer Grasser seine Musiker innehalten lässt. Die Kirchenglocken läuten - dieses Mal nicht, weil es bewusst ins Programm eingebaut wurde, sondern weil sie die volle Stunde schlagen. Trotzdem ruht das Konzert und die Zuhörer lauschen. Als würde von "ganz oben" ein Zeichen kommen: "Öfter solche Konzerte in meiner Kirche."





Spirituelle Traumwelten

Donaukurier v. 9.7.18

 

Kirchenchor von Altmannstein und Orchester sorgen mit Werk von Mayr eine Sternstunde der Kunst

 

Altmannstein (DK) Altmannstein hat am Sonntagabend ein Konzert der Extraklasse erlebt. Der örtliche Kirchenchor und das Symphonieorchester der Orchestergemeinschaft Nürnberg traten den Beweis an, dass die klassische Musik nicht nur in den Metropolen Triumphe feiern kann.

Was für ein Geburtstagsständchen und was für ein Erfolg für die 25-jährige Arbeit des Freundeskreises der Musik von Johann Simon Mayr. Dessen Anliegen ist es, die Werke des fast schon vergessenen Komponisten aus Mendorf von seinem Wirkungsort im italienischen Bergamo zurück in seine Heimat zu bringen. Mit dem Jubiläumskonzert anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Freundeskreises ist der eigene Auftrag 173 Jahre nach Mayrs Tod eindrucksvoll umgesetzt worden.

Der frenetische Applaus des Publikums zur Pause nach der Karfreitagskomposition "Stabat Mater in c-moll" von Johann Simon Mayr ist eine glänzende Würdigung seiner Arbeit. Der minutenlange Stakkato-Applaus und die stehenden Ovationen des Publikums nach der "Cäcilienmesse" von Charles Gounod am Ende des Abends aber würdigen die herausragende Leistung der Chormitglieder und der Solisten im Zusammenwirken mit der Orchestergemeinschaft Nürnberg unter dem Dirigat von Rainer Grasser.

Die Heilig-Kreuz-Kirche von Altmannstein ist an diesem Sonntagabend prächtig gefüllt. Vorne in der Apsis haben die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchors Altmannstein Aufstellung genommen. Davor sitzen die Streicher und Bläser des Symphonieorchesters. Applaus brandet kurz auf, als Dirigent Rainer Grasser ans Podium tritt.

Dann wird es schlagartig still in der Kirche. Violin- und Celloklänge weichen die Stille auf und erste Chorsätze formen die Mystik, mit der Mayr sein Werk an die Schmerzen der Gottesmutter unter dem Kreuz Jesu heranführt. In diese spirituelle Ebene hinein legt die Sopranistin Karin Banzer ihre Arie "O, quam tristis" mit sensiblem Gespür für Nuancierungen in ihrer perlend hellen Stimme.

Mit einem ähnlich intensiven Verstehen ihrer Partituren überraschen auch die talentierte Nachwuchssopranistin Franziska Schenk in den Koloraturen der Arie "Eja Mater" sowie Petra Körndl gleichfalls ausdrucksstark im Sopran im Duett mit Chorleiter Wolfgang Schlagbauer. Im schwierigen Part der Alt-Stimme stemmt sich Lena Bogner als Solistin teilweise gegen die Dominanz der Streicher.
Das Publikum in der gut gefüllten Altmannsteiner Kirche feierte die Darbietungen des Altmannsteiner Kirchenchors und des Symphonieorchesters aus Nürnberg am Ende des Konzerts mit stehenden Ovationen. Auch die Solisten, darunter Chorleiter Wolfgang Schlagbauer (2.v.l.), brillierten bei den Werken von Johann Simon Mayr und des Franzosen Charles Gounod.

Als Bass hat Karl Mayerhöfer die Aufgabe übernommen, die Tiefe der Empfindungen, die Mayr in seiner 1802 in Venedig entstandenen Komposition ausdrücken wollte, gefühlvoll auszuloten. Sowohl in seinem Solo als auch im Quartett mit Sopran, Altstimme und Tenor erfüllt er diesen Auftrag in hervorragender Weise. Mayerhöfer kommt vom Kirchenchor Dietfurt.
All die wunderbaren Frauenstimmen dieses Abends sind Eigengewächse des Kirchenchors, die Chorleiter Schlagbauer entdeckt und zu solcher Qualität geführt hat. Trotz aller Dramatik um die Situation am Kreuz gab Mayr seinem Werk stellenweise einen Hoffnungsschimmer in fast schon heiter wirkenden Tonsetzungen mit, das sich auch gut zwei Jahrhunderte nach der Premiere als Glanzstück für die Stimmlagen heraus kristallisiert.

Die großen Momente des Chors offenbaren sich nach der Pause mit der "Cäcilienmesse". Komponist Charles Gounod hat hier vor gut 160 Jahren eine himmlisch schöne spirituelle Traumwelt geschaffen, zu der nur eine hochqualifizierte Chorgemeinschaft samt stimmsicherer Solisten und orchestraler Unterstützung die Türen öffnen kann. Gounod fügt Chor und Solisten eng aneinander, formuliert ein wohlklingendes Wechselspiel aus zarten Harmonien und bunt schillernden Klangbildern und führt die Elemente aus Solo, Chor und Orchester zu einem fulminant-mächtigen Abschlussfeuerwerk aus voranstürmenden Klängen.

Gänsehaut kriecht unweigerlich bei all dieser überwältigenden Klangfülle am Rücken und an den Armen empor. Es ist schwer, sich dabei immer wieder zu vergewissern, dass sowohl die Chormitglieder als auch die Solisten keine Berufsmusiker sind. Selbst die Orchestergemeinschaft Nürnberg besteht aus nichtprofessionellen Musikern. Alleine schon vor diesem Hintergrund ist dieser Abend in der Pfarrkirche von Altmannstein eine Sternstunde der Kunst unter dem 1764 entstandenen Kreuz des Rokokoschnitzers Ignaz Günther. Der minutenlange Stakkatoapplaus vom kollektiv stehenden Publikum sowohl am Ende des offiziellen Teils als auch nach der Zugabe mit dem Schlusssatz der "Stabat mater" für Chor und Orchester belegt dies nachhaltig.




 





DONAUKURIER vom 17. März 2015

Musikalisches und spirituelles Erlebnis


Altmannstein (DK) Keine Hand rührt sich zum Applaus. Still sitzen die gut 150 Kirchenbesucher am Sonntagnachmittag in den Bänken der Heilig-Kreuz-Kirche in Altmannstein und verharren noch ein paar gefühlte Taktschläge lang reglos auf ihren Plätzen.


Altmannstein (DK) Keine Hand rührt sich zum Applaus. Still sitzen die gut 150 Kirchenbesucher am Sonntagnachmittag in den Bänken der Heilig-Kreuz-Kirche in Altmannstein und verharren noch ein paar gefühlte Taktschläge lang reglos auf ihren Plätzen.

Altmannstein: Kirchenchor Altmannstein lässt die Besucher der ersten Ölbergandacht ergriffen zurück - Lesen Sie mehr auf:
http://www.donaukurier.de/lokales/riedenburg/Altmannstein-Musikalisches-und-spirituelles-Erlebnis;art602,3029793#plx1021759366
Altmannstein (DK) Keine Hand rührt sich zum Applaus. Still sitzen die gut 150 Kirchenbesucher am Sonntagnachmittag in den Bänken der Heilig-Kreuz-Kirche in Altmannstein und verharren noch ein paar gefühlte Taktschläge lang reglos auf ihren Plätzen.

Altmannstein: Kirchenchor Altmannstein lässt die Besucher der ersten Ölbergandacht ergriffen zurück - Lesen Sie mehr auf:
http://www.donaukurier.de/lokales/riedenburg/Altmannstein-Musikalisches-und-spirituelles-Erlebnis;art602,3029793#plx1021759366
Altmannstein (DK) Keine Hand rührt sich zum Applaus. Still sitzen die gut 150 Kirchenbesucher am Sonntagnachmittag in den Bänken der Heilig-Kreuz-Kirche in Altmannstein und verharren noch ein paar gefühlte Taktschläge lang reglos auf ihren Plätzen.

Altmannstein: Kirchenchor Altmannstein lässt die Besucher der ersten Ölbergandacht ergriffen zurück - Lesen Sie mehr auf:
http://www.donaukurier.de/lokales/riedenburg/Altmannstein-Musikalisches-und-spirituelles-Erlebnis;art602,3029793#plx1021759366
Altmannstein (DK) Keine Hand rührt sich zum Applaus. Still sitzen die gut 150 Kirchenbesucher am Sonntagnachmittag in den Bänken der Heilig-Kreuz-Kirche in Altmannstein und verharren noch ein paar gefühlte Taktschläge lang reglos auf ihren Plätzen.

Altmannstein: Kirchenchor Altmannstein lässt die Besucher der ersten Ölbergandacht ergriffen zurück - Lesen Sie mehr auf:
http://www.donaukurier.de/lokales/riedenburg/Altmannstein-Musikalisches-und-spirituelles-Erlebnis;art602,3029793#plx1021759366
So leise und unaufdringlich, wie sie gekommen sind, verlassen derweil die 40 Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores ihren Platz auf den Stufen zum Altarraum. Sie hinterlassen eine ganz eigene, ebenso fesselnde wie ergreifende Stimmung, aus der sich die Andachtsbesucher erst vor dem Portal des Gotteshauses wieder lösen.

Knapp eine Stunde lang waren sie Zuhörer und Mitwirkende bei der ersten Ölbergandacht des Kirchenchores in Altmannstein mit Passionsliedern aus der Sammlung von Annette Thoma. Chorleiter Wolfgang Schlagbauer hatte die Idee zu dieser Premiere in seiner Heimatpfarrei und ließ sich dabei von den Texten dieser Sammlerin des geistlichen Volksliedes inspirieren.

„Auch in seinen Liedern drückt das Volk die Anteilnahme am Tod und Auferstehen des Herrn auf seine eigene, schlicht-gläubige Weise aus“, zitierte er die 1974 in Ruhpolding gestorbene Frau des Malers Emil Thoma und Weggefährtin des Kiem Pauli. Mit Liedern aus dieser Sammlung, Texten daraus im Dialog mit den Andachtsbesuchern und Worten aus der Heiligen Schrift gestalteten Schlagbauer und seine Chormitglieder dabei sowohl ein musikalisches wie auch ein ganz besonderes spirituelles Erlebnis.

Mehrmals wechselten sich Lieder nur mit Frauenstimmen und die Gegenparts nur mit Männerstimmen während der Andacht ab, jeweils von Johannes Kammerl sensibel an der Orgel begleitet. Mit der klaren, sicheren Stimme von Josef Popp setzte der Chorleiter in dessen Solopart einen weiteren künstlerischen wie liturgischen Schwerpunkt in dieser Andacht.

Der leise und ehrfurchtsvolle Abgang der Chormitglieder ohne Verbeugung oder jedes weitere Schlusswort war dann die konsequente Fortsetzung des besinnlich-stillen Andachtsgedankens. „Der Ablauf war so angelegt, dass nicht applaudiert wird“, bestätigte Schlagbauer nach dem Konzert die feinfühlige Reaktion der Kirchenbesucher. Mit einem so großen Zuspruch zur ersten Ölbergandacht hatte er nicht gerechnet. „Ich dachte, da sitzen gerade mal 20 Leute in den Kirchenbänken“, verriet er aus der Vorplanung. Schlagbauer ist zuversichtlich, dass er und sein Chor die Gläubigen auch im nächsten Jahr wieder zu einer Ölbergandacht in die Pfarrkirche von Altmannstein bitten können.

Von Lorenz Erl


Altmannstein (DK) Keine Hand rührt sich zum Applaus. Still sitzen die gut 150 Kirchenbesucher am Sonntagnachmittag in den Bänken der Heilig-Kreuz-Kirche in Altmannstein und verharren noch ein paar gefühlte Taktschläge lang reglos auf ihren Plätzen.

Altmannstein: Kirchenchor Altmannstein lässt die Besucher der ersten Ölbergandacht ergriffen zurück - Lesen Sie mehr auf:
http://www.donaukurier.de/lokales/riedenburg/Altmannstein-Musikalisches-und-spirituelles-Erlebnis;art602,3029793#plx1021759366
Altmannstein (DK) Keine Hand rührt sich zum Applaus. Still sitzen die gut 150 Kirchenbesucher am Sonntagnachmittag in den Bänken der Heilig-Kreuz-Kirche in Altmannstein und verharren noch ein paar gefühlte Taktschläge lang reglos auf ihren Plätzen.

Altmannstein: Kirchenchor Altmannstein lässt die Besucher der ersten Ölbergandacht ergriffen zurück - Lesen Sie mehr auf:
http://www.donaukurier.de/lokales/riedenburg/Altmannstein-Musikalisches-und-spirituelles-Erlebnis;art602,3029793#plx1021759366
Altmannstein (DK) Keine Hand rührt sich zum Applaus. Still sitzen die gut 150 Kirchenbesucher am Sonntagnachmittag in den Bänken der Heilig-Kreuz-Kirche in Altmannstein und verharren noch ein paar gefühlte Taktschläge lang reglos auf ihren Plätzen.

Altmannstein: Kirchenchor Altmannstein lässt die Besucher der ersten Ölbergandacht ergriffen zurück - Lesen Sie mehr auf:
http://www.donaukurier.de/lokales/riedenburg/Altmannstein-Musikalisches-und-spirituelles-Erlebnis;art602,3029793#plx1021759366

DONAUKURIER vom 7. Oktober 2014


Dynamisch, sensibel und furios

Riedenburg (DK) Als „Chorkonzert mit dem Kirchenchor Altmannstein in der Stadtpfarrkirche“ haben die Organisatoren des Riedenburger Volksbildungswerks das musikalische Ausnahmeerlebnis in ihrem Programm bezeichnet. Mehr war dort über das Konzert am Sonntagabend nicht zu lesen.

Der hervorragende Ruf der Sängergemeinschaft aus Altmannstein hat jedoch auch ohne trommelnde Werbung ausgereicht, um die Bänke des Riedenburger Sakralbaus bis in die hintersten Reihen und hinauf zur Empore zu füllen.

Den obersten Rang dicht unter der Kirchendecke jedoch hatten sich die etwa 50 Chormitglieder mit ihrem Dirigenten Wolfgang Schlagbauer reserviert. Der beengte Raum dort erwies sich in den nur zwei vorausgegangenen Proben schon als besondere Herausforderung, denn Schlagbauer musste seinen Chor auf beide Seiten der Orgel aufteilen. „Das Publikum hört dies nicht, aber es ist schwieriger zu dirigieren“, gestand er später im Gespräch mit unserer Zeitung.

Tatsächlich blieben diese Details den Zuhörern verborgen. Diese durften in dem anspruchsvollen, fast zwei Stunden dauernden Programm vielmehr die ganze Dynamik und Wucht, die sensibel feinsinnige Lyrik und das gewaltige Volumen der intonierten Chorwerke mit dem Schwerpunkt auf barocke und klassische Kirchenkompositionen erleben. Die Interpretationen des Altmannsteiner Chores gaben den Gesängen aus vier Jahrhunderten eine fesselnde Lebendigkeit mit fast räumlich greifbarer Präsenz.

„Dieser Abend steht unter dem Motto: Alles, was atmet, lobet den Herrn“, hatte Stadtpfarrer Karl Heinz Memminger in seinen Begrüßungsworten gesagt. Die Auswahl der Kompositionen – unter anderem Georg Friedrich Händels „Halleluja“ aus dem „Messias“, Haydns „Die Schöpfung“ sowie Werke von Mozart, Beethoven und natürlich der aus der Region stammenden Komponisten Johann Simon Mayr und Christoph Willibald Gluck – unterstrich dies. Mit einer bewundernswerten Fülle und Präzision der Chorstimmen, der ebenso einfühlsamen wie pulsierenden Akzentuierung durch Tempiwechsel und variiertes Klangvolumen ergoss der Chor ein so prickelndes wie fesselndes Klangbad aus schäumender Konzertmusik über die Zuhörer.

Mit einem Musikerlebnis auf schon nahezu professionellem künstlerischen Niveau unterstrichen die Sopranistinnen Karin Banzer, Petra Körndl und Franziska Schenk in mehreren Soloparts die herausragende Qualität der Sängergemeinschaft. Alle drei Sopranistinnen stammen aus den Reihen des Chors und wurden von Schlagbauer ausgebildet. Ebenso bewundernswert ergänzten die Altstimme von Gerda Weisert, Bassist Nicola Antuzzi und Chorleiter Schlagbauer als Tenor in ihren jeweiligen Soloparts den Konzertgenuss. Die anspruchsvolle Aufgabe, den Chor und die Solisten an der Orgel zu begleiten, hatte Johannes Kammerl bravourös übernommen.

Das Publikum honorierte die Leistungen des Chors und der Solisten mehrfach mit Zwischenapplaus und schließlich mit Ovationen im Stehen. Bernhard Sandl bedankte sich als Vorsitzender des Volksbildungswerks bei der Chorgemeinschaft für diese herausragenden Konzertstunden und verteilte Blumen an die Solisten. Als besonderes Präsent überreichte er dem Dirigenten im Auftrag des Riedenburger Altlandrats Franz Lang den Nachdruck einer Partitur der „Messa Da Requiem“ von Johann Simon Mayr. Lang hatte die Partitur bei einem Besuch vor 50 Jahren in Bergamo geschenkt bekommen und gab sie nun an Schlagbauer mit seiner Chorgemeinschaft und somit in würdige Hände weiter.

Von Lorenz Erl


Mittelbayerische Zeitung vom 6. Oktober 2014

Eine besondere Reise für die Seele